Happy Business - Glücklich, selbstbestimmt und frei als Unternehmerin

Happy Business - Glücklich, selbstbestimmt und frei als Unternehmerin

Transkript

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Madlen: Was passiert mit Kindern, wenn Alkohol den Alltag einer Familie bestimmt und niemand darüber spricht? In Deutschland wachsen rund drei Millionen Kinder mit suchkranken Eltern auf. Und etwa sechs Millionen Menschen, Erwachsene, sind genau unter diesen Bedingungen groß geworden. Eine riesige Gruppe von Menschen, über die unsere Gesellschaft noch immer viel zu wenig spricht. Und genau darüber sprechen wir heute. Und auch darüber, wie aus persönlichen Erfahrungen manchmal ein echtes Herzensprojekt entstehen kann. dass anderen Menschen hilft. Und willkommen zu einer neuen Episode von Happy Business, glücklich, selbstbestimmt und frei, als Unternehmerin, dein Podcast fürs Herz. Und ich bin Madlen Heller. Ich bin Gründerin von Heller Zauber. bin Business- und Umsetzungsberaterin. Und ich begleite Frauen dabei, eigenes Business aufzubauen, auszubauen und es profitabel zu machen. Heute wird es hier ganz besonders inspirierend, denn ich spreche mit einer Unternehmerin, die nicht nur ein erfolgreiches Business sich aufgebaut hat, sondern tatsächlich gleichzeitig mit ganzen Herzen sich für eine Wohltätigkeitsorganisation engagiert. Diese Episode entsteht im Rahmen Internationalen Podcasthorn Initiative, bei der Podcasts weltweit ihre Reichweite nutzen, genau diese gemeinnützigen Organisationen tatsächlich noch viel sichtbarer zu machen. Meine heutige Gästin ist Christina Reich. Sie ist Coach Mutmentorin, Speakerin und Gründerin von Mensch sucht Bindung. In ihrer Arbeit begleitet sie Menschen aus suchtbelasteten Familien, dabei ihre Vergangenheit zu verstehen, alte Muster zu durchbrechen und sich ein selbstbestimmtes Leben aufzubauen. Gleichzeitig engagiert sie sich ehrenamtlich als Vorständin bei NACOA Deutschland e.V. der Interessenvertretung für Kinder aus suchtbelasteten Familien. Christina ist selbst als Kind in einer Familie mit Sucht groß geworden, aufgewachsen, ein sogenanntes COA, Children of Addicts Parents. Heute hat sie ihre persönliche Geschichte in eine Mission verwandelt. Aufklärung schaffen, Menschen begleiten, Kinder aus suchtbelasteten Familien eine Stimme geben. Wir sprechen heute darüber, wie sich das Aufwachsen mit suchtkranken Eltern auf Kinder auswirkt, wie man betroffene Kinder erkennen kann und warum manchmal einzelner Mensch im Umfeld einen ganz, ganz großen Unterschied machen kann. Liebe Christina, ich freue mich so sehr, dass du es so kurzfristig hinbekommen hast, tatsächlich heute hier zu sein. Weil Christina ist eingesprungen und ich bin so dankbar für all die Empfehlungen, die zu mir gebracht haben. Und jetzt habe ich schon so viel gesagt. Liebe Christina, stell dich doch am besten nochmal selbst ganz kurz vor.

Christina Reich: Ja, danke dir, Madlen, für die Einladung. Aber danke dir auch für das tolle Intro. Du hast jetzt schon so viel gesagt, ich weiß gar nicht, was ich noch ergänzen heute ist es meine Mission, egal in welcher Rolle ich auftrete, ob jetzt als Gründerin, als Unternehmerin, aber auch als Vorständin. Es ist die Mission dahinter, sich für eine Sache einzusetzen, für eine sehr wichtige Sache und zwar diesen Kindern wirklich

Madlen: Ja.

Christina Reich: die Unterstützung zukommen zu lassen, die sie brauchen, damit sie gesund aufwachsen vor allem, unterstützt aufwachsen und einfach als Erwachsene dann nicht so viele Themen haben, die sie dann erstmal noch wieder bearbeiten müssen. Und ich glaube, wenn wir das erreichen können, also wenn wir Kinder früher erreichen, dann wäre uns als Gesellschaft einfach extrem geholfen, weil diese Kinder tragen ein sechsfach höheres Risiko, selbst suchtkrank zu werden. Zum einen. Aber auch ein Drittel von ihnen erleidet später psychische Erkrankungen, weil sie eben ja viele Traumata erleben durch ihr Aufwachsen. Und das könnten wir alles vermeiden, wenn wir sie sichtbarer machen.

Madlen: Sehr, sehr wertvoll. Ja, sichtbar machen. Und genau das ist es ja. Wer macht denn sichtbar, was letztendlich aufgedeckt werden darf, weshalb es ja auch den NACOA Deutschland e.V. gibt und du ja auch letztendlich in deine Arbeit gefunden hast? Wer deckt denn die Dinge wirklich auf? Das ist ja in der Regel das nahe Umfeld. Das sind die Familienangehörigen. Und wie oft trauen sich die Menschen tatsächlich auch da etwas zu tun?

Christina Reich: Also zum einen gibt es ja die Gruppe von Menschen, die einsichtig sind und die ihre Suchterkrankung als solche erkennen und sich eben Hilfe und Unterstützung holen. Und die gibt es ja auch in Deutschland. Es gibt gute Suchtberatungsstellen. Und da wird nicht immer, aber häufig auch schon nach Kindern gefragt, sodass die Kinder mit unterstützt werden. Für diese ganzen Angebote Oder die ganzen Angebote wollen wir als NACOA natürlich unterstützen und wir wollen sie sichtbarer machen. Zum einen, natürlich wir brauchen viel mehr Angebote in Deutschland. sind viel, viel zu wenige für Kinder. Und die Suchterkrankenmenschen haben die Anbindung an die Suchtberatung, aber auch durch die Krankenkassetherapien werden unterstützt. die ... erzählen.

Madlen: Darüber haben wir jetzt gerade im Vorfeld gesprochen. Oftmals ist es ja so, dass Menschen, die ja diese Suchterkrankungen haben, dass die ja vielleicht schon das eine oder andere ausprobiert haben und letztendlich ja auch da immer wieder in irgendwelche Dinge reingesteckt werden, wo noch mal drin rumgestochen wird, was in der Vergangenheit denn so wirklich los war, obwohl es vielleicht aus meiner Sicht heutzutage andere Möglichkeiten gibt. Deswegen bist du ja auch mit deinem eigenen Business losgegangen und bist gleichzeitig Vorständin. Vielleicht kannst du dazu noch ein bisschen mehr erzählen.

Christina Reich: Also aus vielen Gesprächen und natürlich auch aus meiner Arbeit weiß ich und auch persönlich von meinem Vater weiß ich, dass er im Grunde selber eine ganz schwierige Kindheit hatte. viele Traumata selbst erlebt, ist selbst schon mit einem suchtkranken Vater aufgewachsen, den er dann verloren hat, weil dieser ins Gefängnis musste. Dann gab es einen Stiefvater, der wiederum wurde auch abhängig, hat sich am Ende das Leben genommen. Also ich glaube, mein Vater hat einen sehr extremen Weg hinter sich gehabt, als Kind. Und hatte natürlich zu der Zeit, mein Vater wäre heute über 70, keine Hilfe bekommen. Damals hat man natürlich noch viel weniger darüber gesprochen. Und ich glaube, er hat seine Sucht oder die Betäubung benutzt, ⁓ mit diesen Traumata fertig zu werden. Und so erlebe ich es häufig eben auch noch, wenn ich mit Betroffenen spreche, dass hinter der Sucht ja meist ein ganz anderes Thema steht. Wenn wir jetzt von Rumwühlen in der Vergangenheit reden, ist es meist so, dass man macht den ersten Kontakt bei der Suchtberatung, dann geht man in die erste Therapie, eine zweite Therapie und man wühlt immer wieder in diesen Themen rum, muss sie vielleicht zwei, drei, viermal immer wieder erzählen. Das tut einem meist nicht gut. Das hilft auch nicht wirklich. Ich selber arbeite mit Energiearbeit. denke, dass es gute Methoden gibt, alternative Methoden, man mit heranziehen kann, ⁓ innere Themen auch nochmal anders zu beleuchten, anders zu lösen, ohne vielleicht das zehnte Mal über ein traumatisches Erlebnis zu sprechen. Und ich glaube, da dürfen wir in Deutschland mehr tun, mehr miteinander verbinden, offener miteinander sein und Therapiemöglichkeiten, Coaching, einfach miteinander verbinden und offen sein. vor allem offen sein, dass es andere Möglichkeiten gibt.

Madlen: und mir kommt jetzt gerade aus der eigenen Arbeit, der eigenen Bewusstseinsarbeit, dass es vielleicht auch ganz gut ist, dass man im Jetzt und in der Zukunft arbeitet und weniger dauerhaft über Jahre hinweg sich in alten Themen aufhält. Und wie du gerade gesagt hast, da ja immer wieder reingeht in diese Schmerzpunkte, die ja die Menschen schon erlebt haben, die sie ja schon tausendmal durchgespielt haben, eher ihnen den Mut wiederzugeben. im Jetzt zu arbeiten und das, was Sie denn in der Zukunft wollen, was Sie denn in der Zukunft bewegen können, weil das können Sie ja noch verändern, denn das, was in der Vergangenheit war, das war, das ist ja vorbei. Das ist ja eine alte Geschichte.

Christina Reich: Ja, aber es braucht diesen Blickwinkel nach vorne. Es braucht die Richtung nach vorn und es braucht natürlich die Unterstützung bei der Umsetzung. wir sind ja, wir können lernen, unser Gehirn kann lernen, aber dafür brauchen wir neue Erfahrungen. Und wenn ich natürlich immer wieder die Dinge gleich tue, bleibe ich da stehen und dann bleibe ich dort. Und jetzt brauche ich aber jemanden im Hintergrund, der mir den Mut gibt und die Hoffnung gibt, okay, mach das ab heute anders und wir machen das zehnmal anders. Dann wird es besser, dann fällt es dir leichter. Und ich glaube, da braucht es einfach Unterstützung, gerade bei Menschen, die Traumate erlebt haben, die Bindungsthemen haben. Es ist nicht einfach, so etwas alleine zu verändern, sondern es hilft, wenn man mit einem Coach, mit einem Therapeuten arbeitet, aber auch in einer Gruppe. Das erlebe ich auch total wertvoll.

Madlen: Energie.

Christina Reich: Gruppenenergie und einfach zu hören, hey, ich bin nicht alleine. Das hatten andere auch das Thema. Ich bin gar nicht so komisch oder so anders. Andere haben eher grauen gemacht.

Madlen: Aber jetzt. Und jetzt ist es ja aber so, dass ich glaube, die Betroffenen selber, zumindest was ich jetzt so für mich höre, was ich selber mal im Umfeld erlebt habe oder im Bekanntenkreis mitbekomme, dass dann die Menschen sich ja auch immer mehr zurückziehen, dass sie sich ja gar nicht mehr in die Gesellschaft reinbegeben, dass sie eher zurückgezogen sind, obwohl sie ja tief in ihrem Herzen so wundervolle Menschen sind, so wundervolle Seelen sind, ziehen sich immer mehr zurück. und sind ja letztendlich mit ihren Themen wieder sich selbst überlassen und machen sich ja selber noch mehr runter, statt dass sie halt so eine Unterstützung bekommen, dass sie sich nach vorne wieder bewegen können, dass sie wieder offen sind, sie am normalen Leben wieder richtig teilnehmen können.

Christina Reich: Sie stigmatisieren sich selbst. Ich schaffe das halt nicht. Und dann bin ich natürlich in so einer Spirale nach unten. Und da würde ich jedem empfehlen, Nakoa hat eine Online-Beratung, die ist anonym. Man kann einen Chat buchen, kann eine E-Mail schreiben, man kann auch anrufen. Also wir haben verschiedene Möglichkeiten. Aber dass man vielleicht erst mal so einen Schritt wählt,

Madlen: Ja. Ja. verlinke auch alles nach unten drunter.

Christina Reich: gehe irgendwo hin, vielleicht noch gar nicht aus dem Haus, sondern ich gehe virtuell in Verbindung, ganz niederschwellig, ohne jetzt zu viel zu erzählen und probiere mal aus, erstmal in Kontakt zu gehen und ja eine Sicherheit zu gewinnen und auch empowered zu werden. Was könnte der nächste Schritt sein, wenn ich mich jetzt hier sicher fühle in diesem anonymen Rahmen? Was könnte aber dann vielleicht nach der dritten, vierten, fünften E-Mail oder dem sechsten Chatverlauf, was können dann vielleicht im Hintergrund jemand sagen, Mensch, guck mal in deiner Umgebung, da könntest du mal dahin gehen oder den Schritt machen. Und darum geht es ja, dass wir Menschen empowern und das machen wir auch bei einer CoA, darum geht es auch in der Online-Beratung, Kinder, Jugendliche, Angehörige wirklich so zu unterstützen, dass sie selbst sozusagen den Weg gehen. Und das ist so wichtig, glaube ich, dass wir eben nicht stehen bleiben, sondern dass wir wirklich uns gegenseitig stützen und dazu bringen, den Schritt zu machen.

Madlen: Ja, weil ich glaube, das ist ja die größte Herausforderung, weil sie dann sagen, ich war auf Entzug, ich war zu Reha. dann gibt es halt Menschen, die dann sagen irgendwie, ja, das brauchst du ja alles gar nicht, du kannst es ja auch alleine hinbekommen. Ich glaube niemals, dass sie es alleine schaffen können in der Form, sondern dass es wirklich so Menschen braucht wie dich, wie Nakoa und sich darüber Unterstützung holen können. Oder dass dann vielleicht das nähere Umfeld sich darüber Unterstützung holt, richtig?

Christina Reich: Ja, aber das nähere Umfeld, das ist so wichtig. Also generell ist das einfach wichtig. Nur es wird natürlich eine Suchterkrankung häufig noch gar nicht als Erkrankung gesehen. Es wird ja häufig noch als Charakterschwäche, als Willenschwäche gesehen. Also man braucht ein gutes Umfeld, dass das auch wirklich als Erkrankung wahrnimmt, weil natürlich ein Umfeld, was dich zusätzlich noch eher runter macht, ist natürlich nicht hilfreich. Es braucht immer ein gutes Umfeld.

Madlen: Richtig.

Christina Reich: Wenn es Kinder geht, wenn Kinder mit involviert sind in Familien, dann braucht es natürlich gute Erzieher, gute Pädagogen, Lehrer, Lehrerinnen, im Umfeld einfach der Kinder schon da sind und das vielleicht auch wahrnehmen und die vielleicht eben auch gerade den Kindern Unterstützung bieten können. alle sind wichtig. Alle sind wichtig im Umfeld.

Madlen: Aber dann denke ich ja gerade wieder so, ja, dann ist das ja noch mehr ein gesellschaftliches Thema, weil auch Lehrer, Erzieher und es geht nicht darum, dass sie nicht gut sind mit ihren Methoden, was sie gelernt haben. Und doch gibt es aus meiner Perspektive in der heutigen Zeit tatsächlich ja Themen oder Methoden, die anders sind, wie du gerade gesagt hast, dass es energetisch ganz anders funktionieren kann. Und wie wichtig ist es, diese Berufszweige auch anders informiert werden, anders weitergebildet werden, geschult werden. Weil ansonsten sind die ja genauso Mensch wie du und ich und würden dann wieder zu den Betroffenen ja sagen, du bist nicht diszipliniert, du musst dich zusammenreißen. Das geht ja überhaupt nicht. Das kann man doch nicht machen. Selbst wenn du ein Kind hast, kannst du das nicht machen. sie würden ja vielleicht gerne, aber sie sind ja selber in sich drin gefangen.

Christina Reich: Ja, also gerade auch das Umwelt ist natürlich auch handlungsunsicher. wir wissen nicht, Gott, wie können wir denn jetzt helfen? Was sollen wir denn jetzt machen? Was ist denn jetzt richtig? Oder falsch? Oder mache ich überhaupt irgendwas? Meistens sagen vielleicht, das ist alles Familiensache, es geht mich gar nichts an. Dann argumentiere ich natürlich immer, aber dann lassen wir die Kinder allein. Und wir sind für den Schutz unserer Kinder verantwortlich und zwar nicht nur die Eltern. sondern wir als Gesellschaft. Jeder Einzelne ist verantwortlich für den Schutz unserer Kinder.

Madlen: Ja, aber bis Nur die Frage ist halt für den Schutz unserer Kinder. Aber was ist denn dann mit den Kindern, wenn ich sage, okay, das ist jetzt so, Wir wollen ja die Kinder, ich finde jetzt gerade die richtigen Worte dazu, aber wir wollen, letztendlich geht es ja darum, dass die Kinder, wenn man vielleicht was aufdeckt, man in Form von das Umfeld, die Geschwister, die Lehre, die Erzieher, alle die dazugehören, egal ob es jetzt Kirche ist oder sonst jemand, wer da irgendwie mitverantwortlich ist, sich mit die Kinder kümmert oder der Sporttrainer, wenn der irgendwas mitbekommt. Jeder hat ja Angst, vielleicht intensiv was zu unternehmen, wirklich was zu tun, aktiv etwas zu tun. Und weil er ja glaubt, okay, dann geht es dem Kind vielleicht schlecht. Dann kommt das Kind vielleicht in eine Pflegefamilie. Gott, wie geht es dem Kind dann, wenn es in eine Pflegefamilie kommt, weil die Pflegefamilie vielleicht nur finanziell interessiert ist und gar nicht wirklich interessiert ist an dem Kind selber. Und, und, und. Dann kommen ja tausende Gedanken hoch. ja, wie kann man trotzdem das Umfeld aktiv wach machen? Wir versuchen das ja heute tatsächlich auch mit dieser Episode. Wie kann man aktiv diesen Menschen draußen, den Zuhörern Möglichkeiten aufzeigen, dass sie es trotzdem machen, dass sie trotzdem Wege wählen, auch wenn sie unbequem sind, auch wenn sie im Herzen, tief im Herzen wehtun und ich weiß von was ich spreche, weil ich das selber im im größeren Umfeld schon wahrgenommen habe, im Bekanntenkreis schon wahrgenommen habe. Was können wir aktiv tun, uns nicht schlecht zu fühlen und wirklich im Wohle zum Schutz des Kindes agieren?

Christina Reich: Also wir fangen mal ganz klein an. Also wenn ich im Umfeld feststelle als Lehrer, als Lehrerin, als Sporttrainer, also es sind so vielleicht Personen, die wo Kinder sehr viel Zeit verbringen und wo das wahrgenommen wird, zum Beispiel wenn Kinder abgeholt werden, Mensch, da geht es einer Mutter nicht besonders gut oder der Vater hat eine Fahne. Also man beobachtet das vielleicht, man merkt das vielleicht auch am Verhalten des Kindes. Dann rate ich immer als allererstes für das Kind da zu sein. ansprechbar und präsent für das Kind zu sein. Denn es geht ja darum, dass das Kind gesund groß wird. Und wenn die Bezugspersonen im nahen Umfeld, sprich die Eltern, also die engsten Bezugspersonen, das gerade nicht mehr leisten können, weil sie eben vielleicht mit einer Suchterkrankung kämpfen, dann ist es wichtig, dass aus der Resilienz wissen wir das, ein nahes Umfeld da ist, vielleicht nur eine einzige Person, unterstützt. Und das kann sein, dass der Trainer sagt, Mensch, machst du vielleicht hier noch, räumst mit mir noch die Bälle auf. Also noch mal anders in Kontakt geht. Es kann sein, dass die Fahrerin sagt, Mensch, Madlen, willst du noch mit mir einen Kakao trinken? Bleib noch einen Moment hier. Mir hat das als Kind wahnsinnig geholfen. Ich hatte eine gute Grundschullehrerin, die mich in alle AGs gesteckt hat. Ich war mehr Zeit in der Schule, weniger zu Hause und ich war nicht mehr isoliert, weil ich natürlich immer wieder mit Gruppen von Kindern zu tun hatte und immer wieder auch in Verbindung kam. Also es kann so was sein, erstmal. Man braucht jetzt nicht gleich mit den Eltern reden, weil auch das wissen wir nicht. Wir wissen nicht, wenn wir mit den Eltern reden, wie wird das aufgenommen? Das rate ich eigentlich auch erstmal gar nicht. Dann kann man auch hier, ich rate nochmal zu unserer Online-Beratung, auch als Fachkraft, also als Pädagoge oder als Angehöriger, kann man sich bei uns melden und kann genau diese Fragen stellen, kann das genau nochmal besprechen. Als zweiten Schritt, und ich weiß jetzt werden viele vielleicht sagen, ⁓ nein, da habe ich so viel Negatives gehört, ist natürlich das Jugendamt Ansprechpartner. Und ich weiß, viele haben so Vorurteile beim Jugendamt, aber es gibt wirklich tolle Jugendämter, die eine tolle Arbeit machen und es geht gar nicht darum, die Familie auseinander zu reisen, sondern es geht darum, dass die Familie früh, so früh wie möglich Unterstützung bekommt. Und das ist möglich und die Familie bleibt auch zusammen. Natürlich Das ist wie überall. Wir wissen es immer nicht. Aber es ist der erste Ansprechpartner, wenn wir so was feststellen. Und das, dann im Anschluss passiert, die Handlungen, die dann passieren, können wir natürlich nicht beeinflussen, bloß weil wir es melden.

Madlen: Jetzt kommt mir aber gerade der Gedanke, das Jugendamt kann ja sozusagen, kann ja nur, weil es vielleicht aufmerksam gemacht wurde, an der Haustür klingen. Weiter kommt es ja in der Regel gar nicht hin.

Christina Reich: Grundsätzlich muss man sie erst mal nicht reinlassen. Sagen wir es mal so. Es ist nur, wenn Gefahr in Verzug ist. Wenn man spürbar merkt, hier ist wirklich Gefahr in Verzug und hier muss das Kind sozusagen gerettet werden. Dann passiert natürlich deutlich mehr. Aber das passiert jetzt meistens nicht im ersten Kontakt. Da finden meistens mehrere Kontakte statt. Und wir wollen ja auch nicht immer vom Schlimmsten ausgehen, sondern Das Jugendamt ist tatsächlich dafür da, mal Hilfe zu leisten. Und die Familien bekommen Hilfe, wenn sie sie natürlich annehmen. Auch das wissen wir ja immer nicht, ob die Familie sozusagen diese Hilfe auch annehmen möchte. Aber das Kind deswegen alleine zu lassen und sozusagen zu spiegeln, ich lass dich alleine, ist natürlich auch der falsche Schritt. Und selbst wenn dann beim Jugendamt vielleicht wenig passiert oder wir denken, es passiert wenig. kann ich immer noch versuchen, immer wieder für das Kind da zu sein, ansprechbar zu sein, präsent zu sein. Ich hatte auch nie Unterstützung vom Jugendamt. Also meine Familie war nie irgendwo geführt, gelistet. Und trotzdem habe ich Unterstützung indirekt bekommen. Und die war wichtig.

Madlen: hier. Und mir kommt jetzt so, unterstützt das denn dann trotzdem dich als Kind, weil ich sag mal, du kommst ja dann nach Hause, okay, deine Zeit ist jetzt nicht mehr so lang, die du zu Hause verbringen musst und du bist dann vielleicht am späten Nachmittag nach Hause, hast nur noch den Abend, dann kannst du hoffentlich schnell einschlafen und dann kannst du morgens hoffentlich wieder ganz schnell zur Schule oder in die Kita gehen oder wo auch immer hin. Ist das ausreichend aus deiner Perspektive?

Christina Reich: Naja, es ist nicht ausreichend. Besser wäre natürlich, dass die Unterstützung mehr da ist. es fängt damit an, dass dieses Kind ja oftmals überhaupt nicht spürt in so einer Familie, dass es geliebt wird, dass es gut genug ist, dass es ein toller Mensch ist. in suchtbelasteten Familien findet ja sowas gar nicht statt, weil da dreht sich alles die Sucht. Und das Kind lernt eigentlich die ganze Zeit, ich bin nicht gut genug.

Madlen: Ja.

Christina Reich: Ich bin nicht liebenswert genug. Also das als Beispiel zu nennen, ich habe mein Leben lang gedacht, wenn mich mein Vater nur richtig lieben würde, dann würde er ja aufhören zu trinken. Und wenn er jetzt nicht aufhört zu trinken, dann kann das ja nur zur Folge haben, dass er mich nicht genug liebt und wenn er mich nicht genug liebt, dann bin ich nicht gut genug. Also dann bin ich nicht gut genug in der Schule, dann bin ich nicht hübsch genug oder oder oder. Und wenn man natürlich so groß wird, Zeit seines Lebens und nie von einer anderen Person gesagt bekommt, doch, du bist gut genug, das hast du toll gemacht. Ganz einfache Sätze. Dann führt das natürlich, ja, ich hab dich lieb, dann führt das natürlich zu einem Erwachsenen mit einem ganz großen Mangelgefühl. Und dieser Erwachsene wird vielleicht ein High Performer werden, weil er die ganze Zeit sagt, ich muss tun, ich muss leisten, ich muss perfekt sein.

Madlen: Ich habe dich nicht...

Christina Reich: dann bekomme ich Anerkennung, dann werde ich geliebt. Also nur ein Beispiel zu nennen, wo das hinführen kann. Und so ein High Performer, der immer leistet und immer alles perfekt macht, der landet vielleicht dann in der Depression, weil die Anerkennung und die Liebe doch ausbleiben.

Madlen: kommt dann auch noch zum Alkoholgenuss.

Christina Reich: Vielleicht. Wir wissen es nicht. deswegen dieser eine Mensch im Umfeld, präsent ist, wie auch immer das dann aussieht, ob es der Trainer ist, Lehrer, Freundin im Umfeld, bei mir war es auch die Pastorin, die mich hat einfach bei sich sitzen lassen und malen lassen. Also es müssen gar nicht unbedingt die riesen Dinge sein. Wir denken immer, müssen riesen Dinge sein.

Madlen: Ich dich übrigens ein Türenimpuls. Ja, ganz klasse.

Christina Reich: Einfach nur dieses Gefühl, hier kann ich sein. Hier kann ich einfach sein. Das gibt es zu Hause nicht.

Madlen: Eine Freundin von mir, ist Kinder- Jugendpsychotherapeutin und mittlerweile auch unterstützt die Familien, dass Familien miteinander zusammenfinden. Und sie hat gesagt, da gibt es keine Richter, keine Gesetze dafür, also wirklich Kinder, die auch schwerst betroffen sind, dass diese Kinder immer wieder in diese Familien auch zurück müssen, dass die Eltern immer wieder den Zugriff haben auf die Kinder. wo ich denke, okay, warum ist da keiner, warum ist da draußen keiner, der da irgendwo ein Gesetz rausbringt und sie sagt, und sind auch als als Therapeuten, die auch eine neue, die auch energetisch arbeiten. Warum gibt es da keine Optionen, dass es ein Urteil gibt, dass die Kinder nicht mehr in dieses Trauma zurück müssen? wo sie ja schon genügend erlebt haben und dann in dem Moment, sie in guten Pflegefamilien sind, da wirklich extrem gut unterstützt werden, gut aufwachsen, entspannt sein können, sicher sind, dann wieder zurück müssen in diese Familienreihen, wo einfach so viel Unsicherheit da ist.

Christina Reich: Ja, also diese Fälle gibt es immer wieder. Diese Schwankungen, dass Kinder vielleicht dann Unterstützung im Außen finden, vielleicht auch in der Pflegefamilie, aber dann natürlich nicht fest in der Pflegefamilie, dann vielleicht wieder zurück müssen. Und auch das tut natürlich grundsätzlich einem Kind nicht gut, auch so ein Hin- und Herwechsel. Und gleichzeitig erlebe ich trotzdem immer wieder, dass Kinder sagen, wir lieben unsere Eltern und wir wollen wieder zurück. Also es gibt so alle Seiten. Und deswegen ist es ja auch so ein sensibles Thema, damit wir sozusagen handlungssicher reagieren. Also deswegen braucht es natürlich viel mehr Weiterbildung, viel mehr Ausbildung für alle Branchen, für alle Menschen, die mit diesen Kindern zu tun haben. Und das ist im Jugendamt auch oft der Fall, dass wenig Hintergrundwissen da ist. Dann haben wir nicht nur das Jugendamt, dann haben wir vielleicht noch begleitende Personen, haben wir Richter, alle Menschen, irgendwie mit so Fällen dann zu tun haben, wo es Kinderschutz geht, die müssen sich natürlich auch einarbeiten, die müssen gut ausgebildet sein, müssen sich mit dem Thema gut beschäftigen. Und trotzdem ist es eine ganz individuelle Entscheidung für jeden einzelnen Fall. man kann vielleicht nicht sagen, es muss immer so sein oder muss immer so sein oder das ist immer die richtige Entscheidung. Ich kenne auch sehr viele Menschen, die die Suchterkrankung ganz, ganz toll für sich geheilt haben, die mit ihren Kindern jetzt ein tolles Leben haben. Also es gibt jeden Fall.

Madlen: Und mit solchen Menschen arbeitest du ja auch. Du bringst die Menschen auch in solche Zustände ⁓

Christina Reich: Ja, ja, also ich mach beides

Madlen: mir kam jetzt auch noch so ein Punkt. Ich hatte dann irgendwann mal gesehen, dass diese Betty Taube, Betty Taube, sagt vielleicht der eine oder andere hier, die zuhört, die zuschaut, etwas. Betty Taube ist bei Germany's Next Topmodel bekannt geworden. Und Betty Taube ist selber in einem Kinderheim aufgewachsen, weil sie irgendwann ins Kinderheim gegangen ist, aus eigenem Sie hat das Buch geschrieben, weil sie wirklich geschildert hat, was letztendlich zu Hause los war. Sie hat beschrieben, was zu Hause letztendlich abgelaufen ist, dass die Mutter den Kontakt zum Vater auch letztendlich immer mehr und mehr losgelassen hat. Oder zumindest ihr erzählt hat, dein Vater ist nicht gut, die anderen sind nicht gut und die sind alle böse. Also sich ja selber auch so das Kind so isoliert hat, dass ja niemand was erfahren konnte, was wirklich zu Hause abgegangen ist. Weshalb sie blaue Flecken hat. Und sie hat ja ein Buch geschrieben. Das nennt sich... Ich habe es hier aufgeschrieben.

Christina Reich: Die blaue Flecke kommen vom Spielen. ⁓

Madlen: Die blauen Flecken kommen vom Spielen, wie Alkoholismus meine Kindheit zerstörte. da hatte ich Gänsehaut, ich gedacht habe, ja krass. Krass, sie hätte ja gern, der Vater hätte vielleicht sogar sie unterstützt, aber sie hat halt von ihrer Mutter immer erfahren, dass der Vater halt nicht der gute Mensch ist und dass der Vater kein Interesse hat, dass der Vater keine Zeit hat und so weiter, wurde das Kind immer mehr isoliert.

Christina Reich: Ja, also... Ja, also Betty war jetzt zur CoA-Aktionswoche von NACOA Schirmbärin, aber sie ist ja gerade bei Let's Dance und tanzt dort. Deswegen konnte sie nicht live dabei sein. Aber wir haben ein Interview mit ihr aufgenommen im Vorfeld und ich war auch zu ihrer Lesung vom Buch. Sie macht das wirklich ganz toll und auch NACOA hat einen Teil zu dem Buch beigesteuert. Also wer das lesen mag, ist wirklich eine berührende Geschichte. ⁓ ganz viel Persönlichkeit. Vielleicht an der einen oder anderen Stelle muss man wirklich durchatmen. Wenn man so in einem gesunden Umfeld groß wird, kann man natürlich mit solchen Ereignissen, wie Betty es teilweise beschreibt, ja, die triggern einen dann vielleicht und man denkt sich so wow, dass es sowas gibt in Familien. Ich erlebe das in meiner Arbeit einfach so häufig, dass das für mich jetzt nicht so ungewöhnlich ist in einer suchtbelasteten Familie. Aber Betty beschreibt das eben sehr schön. Ich glaube, da erlebt man das auch mal so hautnah, wie das ist. Ich glaube, sie war neun oder zehn, als sie dann sozusagen von ihrer Mutter getrennt wurde. Aber man muss wirklich sagen, sie liebt ihre Mutter sehr. Und trotz allem, weil sie, glaube ich, auch verstanden hat, dass es eine Erkrankung ist. Und natürlich, was da passiert, es war schlimm. ist vielleicht doch nicht zu verzeihen oder nicht zu vergeben. Das ist schwer bei manchen Ereignissen. Aber sie sind aufgrund dieser Erkrankung passiert. Und dieses Verhalten zu trennen von dem Menschen, das ist, glaube ich, sehr schwierig und kann man auch erst, wenn man erwachsen ist. Als Kind konnte ich das nicht trennen. Also ich konnte auch meinen Vater und seine Handlung nicht trennen, dass ich gesagt hätte, ich liebe meinen Vater, aber das, was er macht, ist blöd. Das war natürlich alles eins. ich habe am Ende, glaube ich schon, Vater, ich war sehr wütend auf ihn. Ich war unfassbar wütend, weil er nicht aufgehört hat. Und ich würde sogar sagen, an vielen Stellen habe ich ihn gehasst. er einfach... Genau, Also ich habe auch körperliche Gewalt erleben. Ich habe den Suizidversuch von meinem Vater erlebt. Also ich habe wahnsinnig viel mit ihm erlebt, wo ich heute sage, es darf ein Kind nicht erleben.

Madlen: Ja, oftmals kommt ja noch körperliche Gewalt dazu, wie es bei dir zum Beispiel erlebt hat.

Christina Reich: Das darf es nicht erleben.

Madlen: bei dir.

Christina Reich: Und deswegen plädiere ich auch immer und ich weiß, wir haben alle Angst und wir denken, es ist Familiensache. Trotzdem plädiere ich immer dafür, den Blick auf die Kinder zu richten und immer genau hinzuschauen. Es muss nicht gleich heute und morgen sein. Man kann das erstmal beobachten, man kann gucken, man kann ins Gespräch gehen. Aber wir dürfen unsere Kinder nicht alleine lassen.

Madlen: Vielleicht ist es ja tatsächlich gut, dieses Buch zu lesen, ⁓ einfach wahrzunehmen, was auch in so einem Kind vorgeht. Oftmals sagt man vielleicht, die Kinder kriegen das ja gar nicht so mit. Die Menschen sprechen vielleicht nicht so drüber vor den Kindern, aber oftmals wird es ja auch schon vor den Kindern, ach, die kriegen das ja sowieso nicht mit, die verstehen das ja noch nicht. Ja, das Unterbewusstsein hört alles. Also auch da wirklich Appell. Das ist so, wie wenn du sagst, das Radio läuft und das kriege ich gar nicht mit. Dein Unterbewusstsein hört alles, es wird alles in dem Unterbewusstsein verankert. Und da gibt es ja auch wissenschaftliche Studien darüber. Und das ist ja wissenschaftlich alles bewiesen. Und von daher ist es wirklich so, so wichtig, auch zu schauen, wenn man mit betroffenen Kindern in Verbindung ist, dass man genau nicht sagt, deine Mutter ist böse, deine Mutter ist schlecht, deine Mutter kriegt es nicht auf die Reihe, was hat deine Mutter schon wieder nicht gemacht, oder dein Vater, genau das Gleiche, sondern tatsächlich ja da... eher liebevoll über die Mama und den Papa spricht. Aus meinem Bewusstsein, aus meiner Arbeit finde ich das einfach ganz wichtig.

Christina Reich: Ja, da sind wir natürlich immer wieder beim Thema Stigma und Stigmatisierung von Sucht. Also wie wird so ein Mensch gesehen, so eine Mutter, so ein Vater? Wie wird der behandelt und was nehme ich als Kind? Und es ist auch so, mein Vater wurde als der Säufer betitelt. So was habe ich als Kind gemacht? Ich fand das erst mal normal. Wie sollte ich das denn hinterfragen? Also ich habe das genauso aufgenommen. Der säuft. okay. Gut. Also ich durfte auch für mich erst mal lernen, diese Abwertung daraus zu nehmen, aus meinem Kopf und sozusagen als erwachsener Mensch nochmal das aufzuräumen und ein neues Bild für mich zu bauen. Das dürfen wir alles nicht vergessen, wenn wir Kindern bestimmte Dinge vorleben oder Worte benutzen, dass das einfach prägt. Und das ist nachher, dauert es oft Monate und Jahre, das alles wieder zu verändern im eigenen Kopf, ein gesundes Bild. auch wieder ein gutes Bild, also auch ich musste wieder ein gutes Bild von meinem Vater entwickeln. Also ich habe ihn ja auch geliebt und gleichzeitig habe ich ihn gehasst und mit diesen ganzen Gefühlen umzugehen als Kind. Wie will ich das sortieren? Also es ist unfassbar schwierig und dafür selbst als Erwachsene braucht es dafür Begleitung und Unterstützung. Also das ist meiner Meinung nach das alleine hinzubekommen. Ob jetzt die Suchterkrankung selbst als erkrankter Mensch, aber auch als Familie. Auch eine Suchterkrankung macht etwas mit der Familie. Und wenn die Suchterkrankung geheilt ist, muss auch die Familie wieder sich neu zusammenfinden. müssen Ängste abgebaut werden. Jetzt habe ich vielleicht Angst, ⁓ fängt Mama wieder an. Was passiert dann? Also ich glaube, es braucht viel, viel mehr Unterstützung, bessere Unterstützung. Vielleicht eben auch andere Unterstützung, wie ganz klassisch. Und daran müssen wir arbeiten.

Madlen: Wie finanziert ihr euch vor der Gründung von Spenden?

Christina Reich: Also wir brauchen einen großen fünfstelligen Betrag Spendengelder im Jahr, ⁓ sozusagen alle unsere Projekte umzusetzen. Rein technisch, wenn man das so erklären will. Wir haben Projekte wie den Fluffy Club. Das ist ein Präventionsprojekt. Das geht in die Berliner Kitas. Also schon fünfjährige werden uns begleitet. Die ganze Gruppe, alle Kinder, da sind, jetzt nicht nur, die vielleicht vermutlich aus einer belasteten Familiensituation kommen.

Madlen: Ja.

Christina Reich: Und sie werden durch dieses Resilienzprogramm geführt. Das sind zwölf sozusagen Module. Da geht es Grenzen setzen, Nein sagen, Gefühle äußern. Also all diese Themen, die einfach für Kinder schon wichtig sind. Und das findet in einem Rahmen der Kita statt. Das heißt, außerhalb des Zuhauses. Kinder sind dann völlig frei. Und dann tauchen natürlich auch Themen auf, die dann zu Belastung führen. Und das wird gefördert durchs Land Berlin zum Beispiel, aber wir haben immer einen Eigenanteil, den wir bringen müssen. Und der bewegt sich natürlich in großen Summen. Und dann machen wir Selbsthilfegruppen für Erwachsene in ganz Deutschland. Wir haben die Online-Beratung, von der ich schon erzählt habe. Das wird zum Beispiel vom Bund finanziert. auch da, man mal so, damit man eine Zahl hört, die ein Jahr aufrechtzuerhalten, brauchen wir ungefähr 25.000 Euro nochmal Eigenanteil. Und dann kann man sich ungefähr vorstellen, dass

Madlen: Ja.

Christina Reich: Wir müssen sehr viel Geld sammeln, das alles zu machen, die CoA-Aktionswoche. Hands-on-Grafika brauchen wir, die Flyer machen. Es muss gedruckt werden, es muss verteilt werden. So viele Dinge sind zu tun und zu finanzieren. Dafür sind wir immer auf Spenden angewiesen. Oder natürlich Mitglieder, die einfach einen Jahresmitgliedsbeitrag bezahlen. Der ist jetzt bei uns nicht so hoch.

Madlen: Ich Ihnen schönes Video. Wo geht es los?

Christina Reich: bei 50 Euro fürs ganze Jahr. Also ich glaube, es kann man gut machen und uns unterstützen. Aber auch wenn man eine Selbsthilfegruppe selber gründen will, bekommt man von uns Unterstützung und wir machen das gemeinsam. Also wir haben ganz viele Möglichkeiten, wie man helfen kann, ob eben finanzieller Art, aber eben auch als Ehrenamt.

Madlen: Ja. Also ihr unterstützt sozusagen dann auch diese Menschen, so eine Selbsthilfegruppe selber ins Leben rufen, dass sie entsprechend gebildet wird oder nochmal Informationswissen. Es geht ja nicht nur ums Wissen, sondern es geht ja tatsächlich auch die Bewusstseinsarbeit, die die Person dann wieder mitbringen darf. Das macht alles ihr, es wird alles von euch.

Christina Reich: Also es gibt bei uns eine Gruppe, Also ich persönlich mache die Gruppenleiter Schulung. Also ich schule die Gruppenleiter. Ich unterstütze praktisch alle zwei Monate online mit einer Supervision, wo man kommen kann, sagen kann, was ist gerade los in der Selbsthilfegruppe, welche Themen sind aufgetaucht. Wo gab es vielleicht Probleme, wo bin ich unsicher? Es gibt ein Handbuch. Wir unterstützen bei den Räumen. Also wir suchen mit Räume. Wir kümmern uns darum. Natürlich eine Ehrenamtspauschale, es gibt Flyer, es gibt Social Media Posts. Also wir machen ganz viel, damit natürlich die Gruppe sich gut finden kann und sich ja auf ihre Arbeit miteinander konzentrieren kann und nicht die ganzen Themen im Hintergrund, die da noch zu erledigen sind.

Madlen: Ja, ja. Und jetzt hast du auch gerade gesagt, ihr geht in Kitas, ja in Kitas. Wer kommt dann dazu? Sind dann die Kinder mit dabei, die jetzt nicht betroffen sind? Weil das ist ja auch wieder ein Thema, wie werden die Kinder in der Kita behandelt? auch ja untereinander,

Christina Reich: Ich nicht Ja, also in der Kita ist es so, wir haben in Berlin zwei Mitarbeitende, die sozusagen in die Kitas gehen. erstmal geht es darum, müssen eine Kita finden, die dieses Programm mit uns machen möchte. Das kann man sich vorstellen. muss man viel arbeiten davor, das zu erklären, warum es wichtig Dann wird festgelegt, wie viele Gruppen in der Kita sind, immer die Vorschulkinder.

Madlen: Das kann so mal das Wort.

Christina Reich: dürfen wir da begleiten und dann begleiten wir immer die ganze Gruppe. Also da wird nicht ein Kind aussortiert oder das Kind darf dabei sein, das nicht. Dann muss das mit den Eltern geregelt werden, dass alle das auch möchten. Also man merkt schon, es ist immer viel Vorarbeit. Und dann machen wir beides. Also wir schulen das Programm einmal mit der ganzen Kita-Gruppe. Wir schulen aber auch, was viel, viel, viel wichtiger ist, die Erzieher. Also die sollen dann oder das ist dann so, das Programm weiterführen. Also in der Kita, wir haben das dann selbstständig mit Ihnen einmal durchlaufen und Sie führen das dann weiter. soll ja nachhaltig sein und nicht so sein, dass Sie immer auf uns angewiesen sind. Sie bekommen alle Schulungsmaterialien von uns. Wir sind weiter ansprechbar. Wir machen Elternabende. Wir machen Schulung für die Fachkräfte. Also alles versuchen wir da abzudecken, damit sozusagen das jetzt nicht eine einmalige. Danke dir.

Madlen: Ja. Ich glaube, ist auch mal an der Stelle. Tolle Arbeit!

Christina Reich: Also es soll ja nicht nur eine einmalige Sache sein. geht immer darum. Wir wollen natürlich. etwas pflanzen. Also wir wollen ein Korn pflanzen, was dann wachsen darf. Und wenn wir eben das in einer Kita machen, mit einer Erzieherin, mit einer Gruppe oder mit zwei Gruppen, mit zwei Erziehern und so wächst das ja. Und dann sind wir dafür verantwortlich, dass es natürlich weitergeführt wird. Und im Moment machen wir es nur in Berlin, gerade in Fluffy Club. Aber wünschenswert wäre es natürlich, wir könnten das deutschlandweit machen.

Madlen: Ja, das habe ich jetzt gerade gedacht, dass das schon deutsch und Russisch ist.

Christina Reich: Ja, es wäre schön, aber dafür bräuchten wir viel, viel, viel mehr Geld. Und das ist immer auch natürlich unsere größte Herausforderung, ⁓ sozusagen die Projekte umsetzen zu können. So toll wie sie sind, so großartig wie sie sind, brauchen wir einfach finanzielle Unterstützung.

Madlen: Also ich denke jetzt gerade auch wieder, ich bekleide ja Frauen beim Unternehmensaufbau, beim Ausbau, ja. Und mir kommt jetzt auch gerade, es geht letztendlich immer ums Herzensprojekt. Es gibt ja auch Frauen, die tatsächlich sagen, okay, ich bin jetzt vielleicht ja auch schon, ich will gar nicht mehr ein Business aufbauen, sondern ich möchte tatsächlich noch mal was Gemeinnütziges machen. Dann ist das ja grandios. Dann könnte ich sie ja sagen, ich melde mich bei Nakoa oder ich bringe selber was noch ins Leben und bin halt angebunden an euren Vereinen. Das ist ja... Aus meiner Perspektive eine gute Option.

Christina Reich: Ja, also wir haben jede Menge Aufgaben, die wir verteilen können. Und wir haben auch noch freie Vorstandsposten. Also wir können bis zu fünf Vorstände sein. Also von daher, wir haben noch Platz in unserer Riege. Also auch da kann ich ja noch mal aufrufen. Also wer sich gemeinnützig, wohltätig mit diesem Thema befassen will, auch der ist gerne herzlich willkommen.

Madlen: Das war's heute. So, und jetzt habe ich noch eine Frage an dich, Christina. Wie erkennt man im Umfeld oder wie erkennt das Umfeld überhaupt, dass dieses Kind vielleicht in so einer Familie aufwächst, in so einer betroffenen Familie zu Hause ist? Was sind so die Anzeichen aus deiner Perspektive?

Christina Reich: Also das ist tatsächlich eine der schwierigsten Fragen, die es dann immer zu beantworten gilt, wie kann ich so ein Kind erkennen, weil diese Kinder ganz tolle Überlebenskünstler sind. Also sie sind hoch anpassungsfähig und sie haben sehr früh gelernt, darüber zu reden. Also sie lernen, sprich nicht, fühle nicht, vertraue nicht. Und wenn man sich das jetzt überlegt, okay, sprich nicht, erklärt sich, Suchterkrankung ist

Madlen: als Expertin.

Christina Reich: ein stigmatisiertes Thema. Wir lernen ganz früh schon, ohne dass uns jemand sagt, du darfst nicht darüber reden, lernen wir es durch die Art und Weise, wie unsere Eltern vielleicht damit umgehen. Also da wird ja alles unter den Teppich gekehrt und das lernen wir halt und dann wissen wir, sprich nicht drüber. Vertraue nicht heißt einfach, ich kann meinen Bezugspersonen nicht vertrauen, denn das, was vielleicht der suchterkrankte Mensch mir heute sagt, ist morgen nicht mehr wahr. Wenn er mir also heute sagt, du Christina, es war ganz schlimm. weiß, ich höre jetzt auf zu trinken. Hat das mein Vater mir bestimmt tausendmal versprochen, aber nie gemacht. Also lerne ich ganz früh als Kind, ich kann nicht vertrauen. Alles das, was hier gesagt wird, zählt eigentlich nicht. Und das Fühlen nicht, das erklärt sich auch, wenn wir in so einem Umfeld groß werden, wo all das nicht zählt, dann fühle ich etwas gegenüber meinem Elternteil, meinem Vater, meiner Mutter. Ich fühle Liebe. Und gleichzeitig erfahre ich Ablehnung. Und ich werde wütend. Ich habe vielleicht auch Hassgefühle. Und dann habe ich wieder Gefühle der Liebe, weil dann vielleicht mein Vater wieder ganz lieb ist, weil er nicht getrunken hat. er jetzt ist er mein Papa. Und jetzt ist er so, wie ich ihn kenne. Und zwei Stunden später ist er wieder ganz anders. Und dann hasse ich ihn wieder. also meine Wahrnehmung als Kind ist unfassbar angestrengt. Und deswegen passe ich mich immer der Situation an. gespitzte Antennen die ganze Zeit und überlege immer, was muss ich tun, was kann ich tun, was sollte ich jetzt ganz und gar nicht tun. Und so verhalten wir uns natürlich auch in unserem Umfeld, wenn ich jetzt in der Schule bin. Also ich lerne sehr schnell, die Stimmung anderer zu lesen und weiß genau, was wird erwartet. Und dann bin ich vielleicht so ein ganz unsichtbares Kind. Ich bin ganz ruhig, ich falle nicht auf und bin jemand, der so in der Ecke steht. Und der Lehrer denkt sich, ach naja, die Christina, die ist halt ganz ruhig, pflegeleicht, brav, immer lieb und die wird gar nicht beachtet, aber auch nicht gefördert. Und dann gibt es vielleicht den Clown, der die Aufmerksamkeit immer auf sich zieht, der immer lustig ist, der immer humorig ist und der will was überspielen. Aber gleichzeitig trägt er halt eine ganz große Last, die wir gar nicht so wahrnehmen und denken uns vielleicht nur Mein Gott, ist das für ein ungehöriges Kind? Der hört ja gar nicht. Der macht nur Quatsch. Aber dahinter steckt eben eine ganz große Belastung. Der weiß gar nicht, wohin mit dieser Belastung. Der kann die nicht ausdrücken. Und dann gibt es die Heldenkinder. Die Kinder, die richtig Helden sind, die wollen den Selbstwert der Familie erhöhen. Die sind Einzelschüler, die sind Streber. Die machen alles, die können alles.

Madlen: Ich gerade sagen, Rechtlichkeit.

Christina Reich: leisten auch alles und da denken wir uns auch, die brauchen keine Unterstützung. Selbstständig, souverän, als Superkind. Also kriegen sie auch keine Unterstützung, weil sie sind halt das Heldenkind. Und so gibt es noch den Sündenbock, der mit allem auffällt, der überhaupt vielleicht gar nicht so funktioniert, wie wir uns das denken und Lehrer vielleicht auch gerne sagen, bei dem ist Hopfen und Malz verloren. Stempel und jetzt fühlen wir da mal rein in die Situation, in alle diese Situation. Diese Kinder haben zu Hause eine riesengroße Last zu tragen und jetzt werden sie vielleicht in der Schule in die eine oder andere Schublade gesteckt, gar nicht weiter gedisst, sie werden nicht gesehen, sie werden vielleicht eben als ungezogen, als vielleicht auch der ADHS, was auch immer für Stempel diesem Kind gegeben werden und jetzt kriegt er praktisch

Madlen: Disc

Christina Reich: Von zu Hause hat er einen Stempel und jetzt kriegt er da auch noch einen Stempel. Und dann frag ich immer, welche Chancen hat dieses Kind? Welche Chancen geben wir als Gesellschaft diesem Kind, wenn wir nicht hinterfragen, was könnte für eine Belastung dahinterstecken? Und das finde ich ist einfach das Hochdramatische daran, weil diese Kinder werden später wieder krank. Ein Drittel wird suchtkrank, ein Drittel erleidet andere psychische Erkrankungen. Es ist eine wahnsinnig große Zahl.

Madlen: Was für ein Kostenapparat dahinter steht in der Medizin, was da gebraucht wird für Gelder.

Christina Reich: Ja, und das ist eigentlich fatal.

Madlen: weil das Ja, was da...

Christina Reich: Und diese Kinder sind ja selbst als Erwachsene, als Erwachsenes Kind, oftmals begreifen sie diese Zusammenhänge ja gar nicht. Also wenn du nicht in einem Umfeld groß wirst, dass sich mit Bewusstsein, mit Entwicklung, mit Wachstum also beschäftigt, wüsste das nicht. Aber wenn sich natürlich in so einer Familie beschäftigt, sich alles mit der Sucht

Madlen: Persönlichkeitsentwicklung gibt es wunderbare Bücher auch dazu.

Christina Reich: Die Sucht ist das Hauptthema. Dann ist dieses Kind ja sozusagen verdonnert irgendwann als erwachsener Mensch und ich erlebe das mit 40, 45 plus. Meine Kunden, Klienten sind meistens Mitte 40, ehe sie zu mir kommen und sagen, ich weiß gar nicht, was da mit mir los ist, was das mit mir gemacht hat. Die wissen oft gar nicht, dass sozusagen die Herausforderung als erwachsener Mensch mit ihrer Kindheit, mit der Prägung, mit den Mustern überhaupt zu tun hat, das muss ihnen erstmal bewusst sein, weil wir ja nicht darüber reden. Wir reden ja nicht darüber, wieso sollte ihnen das bewusst sein?

Madlen: als charm gehofftet ist, ja ein Thema, da will keiner sprechen. ist ja so viel Negatives drauf. Und letztendlich braucht es das, genau das ja, dass darüber gesprochen wird. Und ich finde es wirklich ganz, ganz großartig. Es gibt ja keine Zufälle, dass Christina auch heute hier ist. Normalerweise hatte ich zwei andere angefragt und von der einen habe ich nichts gehört und von der anderen, die hat mir abgesagt, weil sie so viele Termine hat. Ich bin dankbar. Und das war auch wieder, ich war in der Master, ich war auf einem Seminar. und habe da tatsächlich die Frage gestellt, wer kennt wen? Und dann wurde Christina tatsächlich empfohlen. Und dann gab es halt die Information noch, ja, Christina unterstützt NACOA, Deutschland e.V. Und ich bin wirklich dankbar, weil das so ein wichtiges Thema ist, weil ich, sage mal, wo geht Alkoholismus los? Wann sind denn Menschen überhaupt alkoholabhängig oder süchtig? Wann sprechen wir davon?

Christina Reich: Naja, wenn man jetzt wahrscheinlich die breite Masse da draußen fragen würde, dann würden Sie sowas sagen wie, naja, das am Bahnhof, so das Bild. Das verstehen die meisten natürlich irgendwie unter suchterkrankten Menschen. man hat auch da, sind wir in Schubladen, wir malen uns das Schlimmste aus und Sucht ist aber in der Mitte der Gesellschaft angekommen und das können alle möglichen. Also sind auch Verhaltenssüchte, aber natürlich fällt Alkohol ist eine Das eins der größten Problematiken in Deutschland. Und darüber muss man einfach reden. Und das fängt dabei an, beim entspannten Glas Wein am Abend, wenn ich als Mutter Instagram-Videos sehe, wo da, ja, einfach Bilder ... Ja, also ich muss jetzt mal entspannen als Mutter. Meine Kinder waren heute so schlimm, ich brauch ein Glas Wein. Und das mach ich jetzt jeden Abend. Also ich lerne meinen Körper. Du entspannst jetzt.

Madlen: dass man weint, es ist Feierabend und am Bett.

Christina Reich: wenn du ein Glas Wein trinkst. Also wir lernen uns das selber. Und dann ist es auch eine Sucht, wenn ich das jeden Tag brauche. Also es muss ja nicht hochprozentiger Schnaps sein, darum geht es gar nicht. Oder der Mann, eben jeden Abend drei Bier trinkt, runterzukommen. Also es gibt glaube ich...

Madlen: Oder weil der Tag so wundervoll war, weil ich wieder so viel geschafft habe. Oder weil vielleicht sagen, wir sitzen jetzt wieder gemütlich zusammen. Weil wenn ich jetzt mal so zurückschaue, ja, ich glaube, viele kennen es. Was war denn bei Geburtstagsfeiern? Was stand denn da auf dem Tisch? Und wenn du gesagt hast, ich trinke jetzt nur Wasser, wie wirst du dann angeschaut, wenn du nur Wasser trinken möchtest oder irgendeinen Saft wie? Du gehörst nicht mehr dazu oder? Wieso trinkst du jetzt nichts und sei doch mal kein Spielverderber? Ja, wir dürfen doch Spielverderber sein. jemand das empfindet, dass wir Spielverderber sind, wenn wir nichts trinken, dann ist es ja nicht das Thema von demjenigen, der sein Wasserglas trinkt oder sein Wasser trinkt, nicht das Glas. Dann ist es ja das Thema von demjenigen, der nämlich in dem Moment nicht mehr mit unterstützt wird oder nicht gesellig sein kann, weil vielleicht er dann alleine trinken darf.

Christina Reich: Ja, und jetzt können wir das nicht mehr weiterspinnen. Jetzt nehmen wir mal die Mama, die jetzt festgestellt hat, ich habe ein Problem, habe vielleicht da eine Thematik, ich höre auf zu trinken. Also ich trinke eben nicht mehr. Und jetzt komme ich aber in mein normales Umfeld zurück und da wird getrunken. Und jetzt stehe ich da und soll jetzt erklären, wie du trinkst nicht mehr, warum trinkst du nicht mehr. Und jetzt bin ich ja schon wieder, wir reden wieder von einer Schublade. Ich werde schon wieder in so eine Schublade gesteckt. muss mich erklären. Will ich mich überhaupt erklären? Muss ich das jemandem begründen? Und wenn ich jetzt jemandem sage, ich hatte ein Problem mit Alkohol, wie gucken mich die anderen denn an? Und wenn ich jetzt nicht mehr trinke, gehöre ich überhaupt noch zu der Gruppe? Werde ich überhaupt noch eingeladen zum nächsten Geburtstag? Also sofort geht ein ganzes Feld von Fragen auf. Und das hat mein Vater, glaube ich, auch erlebt. Immer wenn er dann nicht getrunken hat, das Umfeld war dasselbe. Es wurde genauso viel gefeiert, wurde genauso viel getrunken und er sollte jetzt als ich trinke nicht in dieser Gesellschaft sein. Und das kenne ich aus Erfahrung. Man kann irgendwann so eine Feier nicht mehr gut miterleben. Man geht dann früher nach Hause, weil man, wenn das Umfeld immer betrunkener wird, kann man sich nicht mehr gut identifizieren und dann geht man nach Hause, wenn man denkt, es ist Zeit, Hause zu gehen. Und dann hört man hinterher Sätze wie, das war so eine tolle Feier. Und weißt du noch, der Erwin, wie er auf dem Tisch getanzt hat und ach, naja, du warst ja nicht mehr da. Und dann fühlt man sich auch wieder schlecht und denkt sich so, ja, okay, ich war nicht mehr da. Aber war das jetzt lustig? Hätte ich das sehen müssen oder nicht? Und dein Umfeld minimiert sich. Das muss man oder kann ich aus eigener Erfahrung sagen? Umfeld minimiert sich, wenn du dein eigenes Verhalten gegenüber Alkohol veränderst. Und dafür brauchst du eine Stärke. Nehmen wir jetzt die Mama, die vielleicht gerade geschafft hat, sich mit ihrem Problem auseinanderzusetzen. Und jetzt kommt sie in das alte Umfeld zurück, was sich nicht geändert hat, was im selben Bewusstsein noch lebt. Wie soll das funktionieren? wenn ich selber praktisch so behandelt werde, wie du bist ein Spielverderber, wie du trinkst nicht mehr.

Madlen: Ja, was passiert dann wieder? Dann rutschen sie auch wieder in so eine Spirale rein. Ich muss jetzt lügen. Ja, Lügen zieht Lügen an. Also energetisch ganz schlecht. Und dann fängst du wieder an, dich schlecht zu fühlen, weil du ja eine Lüge gerade rausgebracht hast. In Wirklichkeit wärst du ja vielleicht gern mitgegangen mit deinen Freundinnen, zur Feierlichkeit und sagst, jetzt grenz dich selber ja auch aus in dem Moment. Und gleichzeitig ist gut, dass du dich ausgrenzt und suchst dir vielleicht dann andere Menschen, mit denen du vielleicht was machen kannst, die tatsächlich auch so unterwegs sind wie du, dass die sagen, ich trinke jetzt gar keinen Alkohol mehr oder ich brauch das nicht und kann trotzdem fröhlich sein.

Christina Reich: Ja, aber da steckt ja, wenn wir von Zugehörigkeit reden, wir sind Menschen, die mit anderen Menschen verbunden sein möchten, wollen, brauchen. Wir brauchen das für die Entwicklung. Und das ist schon immer so. Und wenn wir dann aber Angst haben, unsere Zugehörigkeit nicht nur zur Familie zu verlieren, denn auch das, wenn ich darüber rede, so wie ich das tue, wie ich aufgewachsen bin, verliert man Zugehörigkeit.

Madlen: für die Entwicklung ja auch.

Christina Reich: Es gibt Teile der Familie, die dann einfach mit dir brechen, weil du darüber redest. Weil sie so viel Scham und Schuld spüren, mit der sie sich nicht auseinandersetzen wollen. Also bist du natürlich der Nestbeschmutzer, du bist der Verräter, weil du darüber redest. Und jetzt verlieren wir die Zugehörigkeit vielleicht innerhalb der Familie aufgrund unserer Problematik. Und jetzt vielleicht auch noch bei den Freunden, weil wir plötzlich nicht mehr trinken. Das ist so angstbehaftet. Wir haben so Angst davor. das zu verlieren, dass wir eigentlich umgekehrt das andere tun, indem wir dann sozusagen, na ja, ein Gläschen trinke ich halt mal mit. Ist ja nur ein Gläschen. Und dann geht die ganze Spirale vielleicht von vorne los. Und das andere, was wir nicht vergessen dürfen, wird überall auf jedem Plakat, Fernsehwerbung, überall wird uns ja gezeigt, Alkohol ist normal, Alkohol macht Spaß. Es gehört zu jeder Feier dazu. Es gehört. Also wir, wir

Madlen: Ich bin

Christina Reich: Wir tun ja etwas gegen dieses gesellschaftliche Bild. Also müssen wir ja dann die falschen Menschen sein. Wir sehen das falsch, weil das gesellschaftliche Bild ist doch ein ganz anderes. Also Alkohol ist doch für alles da.

Madlen: sehr gewöhnlich. Das ist ja letztendlich so, wie wenn du deine Vision hast von deinem Unternehmensaufbau und die mit niemanden teilst, weil du ja genau Angst hast vor Bewertung. Ich selber kenne das ja auch. Wenn ich jetzt meine Ideen habe, wenn ich mein Visionboard habe, dann packe ich da Dinge drauf, wo jeder andere sagt, das ist ja größer, du spinnst ja. Also erzähle ich es erst gar nicht. Und wenn es dann jemand doch sieht, dann reden wir es vielleicht auch noch klein. Und genauso stelle ich mir das mit dem Thema Alkohol vor, was du jetzt gerade beschrieben hast.

Christina Reich: Wir versuchen ja wieder, wir wollen ja wieder dazu gehören, wir lügen vielleicht nicht, aber wir versuchen es so zu umschüffen. Also so wie ich dann manchmal auch mir ein Glas Alkohol hinstellen lasse, einfach ⁓ heute habe ich keine Lust auf Diskussion. So und dann will ich nicht diskutieren und dann akzeptiere ich das auch. Und gleichzeitig vertrage ich es einfach nicht gut, weil dass man im Körper nicht gut verträgt, wenn man nie groß trinkt oder nie groß getrunken hat oder über Jahre nicht trinkt, dann logisch, dein Körper kann damit gar nicht umgehen. Aber manchmal hat man vielleicht keine Lust auf Diskussionen und denkt sich so, ach, heute ist es nicht wichtig oder heute ist mir das Umfeld nicht so wichtig, da diskutiere ich nicht. Und andere wissen das natürlich im Umfeld und haben damit auch kein Thema. Aber selbst mein eigener Cousin hat gesagt, ich lebe meinen Kindern. nicht die Realität vor, weil es keine Alkohol hier gibt. Ja, also das ist ein so großes gesellschaftliches Thema, wie wir mit Alkohol umgehen und eigentlich mit einer legalen Droge umgehen und wie preisgünstig sie zu haben ist. kann man sich ja überall vor so einem Ruhmal... Ja, es ist wahnsinnig günstig und...

Madlen: Ja, ist ja auch spannend.

Christina Reich: Mein Vater hat mal zu mir gesagt, Christina, es ist schlimm für mich einkaufen zu gehen. Und damals habe ich das nicht verstanden. Ich wusste nicht, was er damit meint. Wenn ich heute so bewusst durch unseren Supermarkt gehe, kann man jetzt alle möglichen nehmen. Dann denke ich so, mein Gott, die Alkoholabteilung ist größer wie die Obst- und Gemüseabteilung. Und immer, immer wenn ich zur Kasse will. ist es die letzte Abteilung, durch die ich irgendwie durch muss. Und dann stelle ich mir vor, ich war nie abhängig, ich hatte kein Problem mit Alkohol. Aber ich stelle mir das wie Spießrutenlauf vor, wenn ich aufgehört habe zu trinken und muss aber jeden Tag, vielleicht nicht jeden Tag, aber alle zwei, drei Tage zum Einkaufen und gehe, also kriege noch bewusst gespiegelt, hier stehe ich, ich bin ganz normal, ich bin ganz normal, will jetzt nicht auf was mitnehmen.

Madlen: Ich will nicht doch was mitnehmen.

Christina Reich: Also ich stelle mir das heute aus der jetzhäutigen Sicht und verstehe ich, was er gemeint hat.

Madlen: Und es sind die kleinen Kurzen, an der Kasse meistens noch stehen, die man ganz schnell noch aufs Band legen kann. So kurz vorm Ende vielleicht, bevor dann schon bezahlt wird, wo die anderen das gar nicht mehr gesehen haben.

Christina Reich: Auch noch. Immer! Und das sind so diese gesellschaftlichen Stellschrauben, die wir ja verändern können. Also deswegen politisches Engagement heißt eben auch, nicht dass ich in einer Partei bin, bin ich nicht, aber es heißt für mich eben, Sachen auch immer wieder zu benennen und zu sagen, wir brauchen nach norwegischen Modellen, da gibt es den Alkohol in extra Geschäften. Da gibt es einen ganz normalen Lebensmittelladen sozusagen und dann aber das Geschäft für Alkohol und das hat aber auch andere Öffnungszeiten. Das ist nicht rund die Uhr wie bei uns an der Tankstelle überall kriegst du zu jeder Zeit Alkohol. Das ist in Norwegen zum Beispiel nicht der Fall. Und natürlich ist es ein anderes Einkaufen auch als Mensch, der vielleicht mit einer Suchtererkrankung gekämpft hat. Dann gehe ich in ein Geschäft und kriege das nicht ständig wie so ein Spiegel vorgehalten. Du hattest ja das Problem. Also ich bin ganz normal. Ich darf hier im Regal stehen. Ich bin ein Genussmittel. Das ist ja auch unsere

Madlen: ist das genial.

Christina Reich: Sichtweise auf Alkohol. Es ist ein Genussmittel. Nein, ist nicht.

Madlen: Ein spannendes Thema. hat das mit dir und deinem Unternehmen gemacht? Warst du schon davor selbstständig, bevor du zu NACOA gekommen bist?

Christina Reich: Ja, ich war schon vorher selbstständig, hatte mich schon bei NACOA, also schon vorher einfach engagiert. Ich wollte gern, dass die erwachsenen Kinder auch mehr Raum bekommen, weil ich natürlich aus meiner eigenen Arbeit gesehen habe, dass da ein großer Bedarf da ist, auch für die erwachsenen Kinder, die einfach noch nicht das Bewusstsein haben, das alles miteinander zu verknüpfen. Und das war so der Grund, warum ich mich dann angef... also ganz in so einer AG... In einer ganz normalen Arbeitsgruppe habe ich mich dann engagiert und habe mich für dieses Thema einfach eingesetzt.

Madlen: Jetzt sagst du gerade, ich habe noch eine Zwischenfrage. Nicht für die erwachsenen Kinder, auch die erwachsenen Kinder. Was ist denn genau mit den Kindern, mit den Kindern, jetzt in die Ausbildung gehen, wo man dann ja auch schon Dinge wahrgenommen hat, gibt es für diese Kinder denn dann auch Unterstützungsmöglichkeiten überhaupt die richtige Ausbildung zu finden? Beziehungsweise sind die überhaupt, gibt es für die überhaupt die Option, dann eine gute Ausbildung zu machen?

Christina Reich: Mit den ABER. Also wenn wir von Chancengleichheit sprechen, glaube ich immer, Kinder aus suchtbelasteten Familien eben nicht die gleichen Chancen haben, weil sie nicht dieselben Voraussetzungen haben. Sie haben eben nicht dieses stärkende Elternumfeld, was dich ja auch begleitet. Denken wir an Bewerbungsschreiben, denken wir daran, was haben die denn eigentlich für Talente? was haben die für Talente? Wo ist das?

Madlen: Die haben bestimmt viele, die werden noch nicht gesehen.

Christina Reich: Genau, die haben viele Talente, aber wann wurden die denn vielleicht gefördert? Wurden sie überhaupt gefördert? Also war das überhaupt möglich? Also es gibt ja da alle Facetten. Und auch da, wenn du jetzt natürlich mal darüber nachdenkst, im Arbeitsamt gibt es die klassische Beratung. Wer geht mit diesem Kind dahin? Geht da ein Elternteil überhaupt hin? Muss das Kind alles alleine machen? Und wie funktioniert das alles? Und da, glaube ich, haben wir auch viel Nachholebedarf. Das ist nicht gut geregelt. Und gleichzeitig erlebe ich sehr viele erwachsene Kinder, die selbst in Berufen tätig sind, wo sie ihre Stärken ausleben. Das sind nämlich die sozialen Berufe, die helfenden Berufe, die pädagogischen Berufe. Warum? Weil diese Kinder sehr früh gelernt haben, zu Hause zu helfen und zu retten. Also da zu sein für Geschwister, da zu sein für Eltern. Das ist uns sozusagen in die Wiege gelegt. Also wir können das unfassbar gut. unfassbare Stärke von uns und setzen wir uns dann auch beruflich ein. Und das kann aber kippen. Natürlich, wenn ich zu viel helfe und rette und mich gar nicht wahrnehme, mein Sein gar nicht in Mittelpunkt stelle, dann bin ich immer in der Selbstaufopferung. Ich gebe mich auf, ⁓ andere zu retten. Und da muss man natürlich auch mal genau hingucken. Madlen (1:00:49) Wenn du das jetzt so sagst, ich fühle das gerade. Und jetzt nochmal zu dir zurück. schön, dass du für diese Antwort. Ich kann ewig mit dir sprechen. gibt so viel zu diesem Thema, was da für Fragen da sind. Jetzt nochmal zu dir. Du bist dann selber in einen Kinderverein gegangen, beziehungsweise du hast den Kinderverein unterstützt. Christina Reich (1:01:15) Ich bin zu einer Koa gegangen und habe da in der AG erstmal mitgearbeitet, also wie ein Ehrenamt halt ausgefüllt. Und irgendwann kam dann die Frage, willst du dich nicht auch direkt mehr engagieren? Und dann war ein Vorstandsamt frei und ich würde fast heute sagen, es war ein bisschen blauäugig, bisschen unbedarft, dass ich dann dachte, ach naja, also wenn ich das machen würde, dann könnte ich ja viel mehr bewegen. Also dann könnte ich ja mehr Einfluss haben, dann könnte ich ja nochmal mit ganz anderen Menschen reden, mit Politik reden, mit Krankenkassen reden. Und dann könnte ich vielleicht viel mehr bewirken, wie das, was ich da vorher gemacht habe. so habe ich mich dann zur Wahl stellen lassen und bin gewählt worden. Und seitdem, also jetzt bin ich vier Jahre als Vorständin bei einer KoA tätig. Meine Wahlperiode endet im September in diesem Jahr und ich müsste mich dann wieder zur Wahl stellen lassen. und müsste von den Mitgliedern des Vereins gewählt werden. Das ist ein sehr klarer Prozess, den man folgt. Madlen (1:02:22) Und ist das denn jetzt so eine Berufung, dein Job? Du hast ja auch erzählt, dass du auch in Berlin ein- und ausgehst. Christina Reich (1:02:30) Also ich würde meine Rollen, also ich habe glaube ich unterschiedliche Rollen, die ich ausfülle. Ich bin glaube ich ein Stück weit Aktivistin fürs Thema, weiß ich nicht, weil das einfach mittlerweile so in Fleisch und Blut bin ich das und ich spreche und bin immer für die Sache tätig. Und deswegen bin ich Aktivistin und gleichzeitig bin ich Unternehmerin und Gründerin. Ich muss natürlich auf der einen Seite auch Geld verdienen, mein Aktivismus und mein Ehrenamt auszufüllen, für diesen Job bekommt man kein Geld und man bekommt jetzt auch kein großes Zeitkontingent. Man muss es also von seiner Freizeit abzweigen, von der Familie vielleicht auch abzweigen. Und das Vorstandsamt ermöglicht mir einfach Ja, mit Menschen zu sprechen, die am Ende wirklich etwas verändern können, sprich Gesetzgebung ändern können, die sich einsetzen können für die Kinder und die natürlich auch dafür sorgen können, dass mehr Fördermittel dafür zur Verfügung gestellt werden. Und das könnte ich jetzt nicht als Unternehmerin, das kann ich als Vorständin und deswegen habe ich, glaube ich, unterschiedliche Rollen. Aber die Mission dahinter ist immer die gleiche. Ich will mehr Kindern Unterstützung bieten können. Madlen (1:03:46) Danke, sehr, sehr schön. Also bedeutet das auch, dass Menschen, zu dir kommen, würden jetzt keine finanzielle Unterstützung vom Staat bekommen, obwohl das großartig wäre, weil wir es ja vorhin gerade hatten, ja so viele gehen dann in Therapien, bekommen vielleicht noch Medikamente und und und die Choraufenthalte, die Entzugsgeschichten, alles, dazugehört. Es ist ja ein Riesenkostenfaktor für den Staat. Wenn wir jetzt mal unternehmerisch denken, wäre das ja viel sinnvoller und viel großartiger, wenn Menschen, so eine Arbeit machen wie du, tatsächlich die Option haben, vielleicht sogar noch anderen Menschen zu helfen, indem halt eine Förderung da ist, weil diese Menschen vielleicht gerade tatsächlich auch gar nicht. Christina Reich (1:04:32) die finanziellen Mittel haben. genau. Und da gibt es die Möglichkeit, sich für Prävention zertifizieren zu lassen von der Krankenkasse. Das ist mir noch nicht geglückt, aber ich bin da stetig dran. Das ist nämlich nicht so einfach, sozusagen dieses Zertifikat zu bekommen, sodass die Leistung zumindest zu Großteilen, also meistens um 70 bis 90 Prozent, wird dann getragen von der Krankenkasse. Aber weil dieses Gebiet, CoA zu sein, Madlen (1:04:34) finanziell. Christina Reich (1:04:59) Nicht heißt ich bin krank erst mal, bis man krank ist. Zählt Zeit unter Prävention und das ist nicht so einfach, diese Zertifikat leider zu bekommen, aber ich gebe nicht auf. Madlen (1:05:10) Liegt es daran, dass der Staat oder die Krankenkassen wie auch immer die Notwendigkeit noch gar nicht sehen von dem Job, den du machst? Christina Reich (1:05:19) Ich glaube, es ist noch nicht so sichtbar. Prävention heißt ja immer, wenn ich präventiv arbeite, sehe ich den Erfolg eigentlich erst in 10, 20 Jahren. Nehmen wir jetzt einen Politiker, der für vier Jahre gewählt ist. Der wird jetzt präventiv vielleicht etwas entscheiden. Aber sichtbar ist es in 10, 20 Jahren und dann kassiert möglicherweise ein ganz anderer Mensch in der Politik sozusagen. das Label oder hat er was toll gemacht. Also ich glaube, vieles hängt an so Dingen, die wir nicht beeinflussen können. Es braucht Menschen, die sich für den Dienst an der Sache einsetzen und die heute mutig Entscheidungen treffen, die vielleicht erst in 10 oder 20 Jahren im Bildungssystem, in den Systemen der Krankenkasse sichtbar werden und erfolgreich scheinen. wenn wir sie langfristig denken. Und ich glaube, das ist unser Hauptproblem tatsächlich in Deutschland, das wir haben, auch in der Bildungspolitik, dass wir nicht mutig genug sind, dass es nicht diesen einmutigen Mensch gibt, der heute entscheidet für eine Veränderung, die in zehn oder zwanzig Jahren positiv sichtbar ist. Madlen (1:06:34) Weil heute ist es ein Mensch, irgendwann sind es 100 Menschen, irgendwann sind es 1000 Menschen. Aber einer muss halt anfangen. Es muss halt gestartet werden. Das ist ja wie mit dem Bewusstsein. Wenn wir alle nicht bewusster werden, dann bleiben diese Machtspiele halt, da sind und die wir erleben oder diese Traurigkeiten, diese Suchtproblematiken. Dann bleiben die Dinge, wenn sie nicht bewusst werden bei jedem Einzelnen. wenn ich wirklich helfe, ich darf ja auch bewusst sein, dass ich helfen muss, dass ich einen Auftrag habe. tatsächlich etwas zu tun, Kind hier in dem Fall ja auch den Kindern zu helfen, die Kinder zu unterstützen, die Kinder zu sehen, damit überhaupt etwas in Bewegung kommen kann. Christina Reich (1:07:12) Ja, ich glaube, ist so was wie meine Lebensaufgabe, das einfach bis zum Ende immer und immer wieder zu erzählen und zu sagen. vielleicht sitze ich irgendwann in meinem Sessel mit grauen Haaren und denke dann, yeah, jetzt haben wir es. Madlen (1:07:31) Du hast. Ja, und das ist gut so. Das ist gut so. Aber du hast halt eine Welle angeschoben und es passiert was und die Menschen werden sehen. Und ich hoffe natürlich, dass ganz viele Menschen hier unsere unsere Episode mitgehört haben. Und ich wünsche mir von Herzen, dass ganz viele Menschen euren Verein NACOA Deutschland e.V. unterstützen, dass sie dich, Christina Reich, unterstützen, genauso da mitzuwirken oder vielleicht. die Menschen auch zu dir zu schicken, zu sagen, zu Christina Reich, frag doch mal, buch dir einen Call oder wie kann ich mit dir dann auch zusammenarbeiten? Wahrscheinlich ein Erstgespräch oder was ist so der erste Einstieg überhaupt mit dir in Verbindung zu kommen? Christina Reich (1:08:12) Die meisten kommen tatsächlich ganz anonym in meine Community. Die sind erst mal da, die kommen das erste Mal vielleicht in so einen Gruppencall, wo die überhaupt mal erleben, es gibt noch andere, die das erlebt haben. Das kann man ohne Kamera machen. Man muss nichts sagen, das ist eine ganz, ganz schöne Energie. Dann kann man sich ein Erstgespräch buchen, kann mal sagen, Mensch, ich hab da das Thema, wie ist das, was soll ich jetzt machen, welche Schritte sind vielleicht die nächsten. Ganz klassisch. Also gibt da mehrere Möglichkeiten. Man kann natürlich auch mal auf LinkedIn gehen, alle meine Posts lesen. Das hilft ganz, ganz vielen. Und die sagen dann, Mensch, ich hab das Gefühl gehabt, du kennst mich. Ich glaube, das hilft auch manchmal, dass man sich erst mal so einen Eindruck verschafft. Oder eben auch auf die Instagram-Seiten gehen. Also ob von mir, aber auch von Nakoa. Da gibt es ganz viele Stimmen bei Nakoa. Wir haben Lunchtime-Interviews mit Betroffenen. Da merken auch ganz viele, hey bin betroffen. Das geht auch mich. Und das hilft auch sehr vielen Menschen. Also erstmal ganz anonym zu bleiben und erstmal so von außen drauf zu gucken. Und bevor man sich so ein Gespräch bucht, braucht es nochmal so bisschen Bewusstsein und das Gefühl, ich bin nicht allein. Madlen (1:09:26) gleichzeitig wahrscheinlich auch, wenn du in so eine Gruppe reinspringst, nicht gleich wieder rauszugehen und zu sagen, das betrifft mich jetzt gerade gar nicht, die Kinder sind viel jünger oder die Kinder sind viel älter oder die Menschen sind viel jünger und viel älter und die haben andere Themen gehabt und das war ja gar nicht so schwer und so schlimm bei denen wie bei mir, sondern wirklich mal zu bleiben. Also das sind auch so die Erfahrungen ja aus dem Business-Kontext, den ich halt kenne. Überall ist die Thematik, also die Themen bleiben immer wie die gleichen. Können wir erstmal da bleiben und uns vielleicht Dinge anhören, zuhören? und mitnehmen und weil oftmals stellt vielleicht dann irgendwann mal einer eine Frage und du denkst wow die Frage ist für mich wie du es gerade gesagt hast mit dem Post du schreibst dann vielleicht da steht was drin wo du denkst die hat jetzt gerade über mich geschrieben und dann Christina Reich (1:10:09) Ja, dieses, was du beschreibst, das Bleiben, also dieses sich überhaupt die Chance und das ist in jedem Kontext, sich selbst die Erlaubnis und die Chance zu geben, anzukommen. Also wie kann ich denn ankommen, wenn ich in einen Call mal reinspringe oder in eine Selbsthilfegruppe mal reingehe? Das ist noch kein Ankommen. Also ich muss mir selbst so die Chance und die Erlaubnis geben, einmal, zweimal, dreimal, viermal hinzugehen, ⁓ überhaupt in Kontakt zu gehen. Also das braucht ja Zeit in Verbindung, also deswegen auch das Wort Bindung, in Verbindung zu gehen. Und diese Chance sollte man sich nicht selbst verbauen, weil man sagt, das war jetzt doch nicht das Richtige oder bei mir war es nicht so schlimm, sagen mir ganz viele immer. Also gebt euch die Zeit, also gebt euch wirklich immer die Zeit, egal wo, kommt erst mal an. Madlen (1:11:03) Gerichtet euch die Zeit ein, Zeit einrichten, wirklich zu nehmen, weil die Zeit ist ja wieder für dich oder für deine Familie, für die Person, die du unterstützen willst, vielleicht auch als Familienangehöriger. Ich finde es ganz wichtig, ganz wichtig. Nehmt euch die Zeit und tretet mit Christina in Kontakt oder Was mir jetzt gerade noch kommt, Christina, gibt es bei euch so etwas wie eine Notfallnummer oder wo kann ich mich denn hinwenden, wenn es jetzt wirklich akut ist? Egal, jetzt als Kind oder als Angehöriger, wenn ich jetzt wirklich so eine akute Situation wahrnehme, was ist jetzt mein erster Schritt aus deiner Perspektive? Christina Reich (1:11:42) Ja, also schon die Notrufnummern. Also wenn es jetzt wirklich akut ist, dann ist natürlich immer die Notrufnummer die richtige. Also wenn man in der Nachbarwohnung wirklich Gewalt hört, dann muss man wirklich direkt anrufen. Aber ansonsten würde ich tatsächlich immer sagen, rechtzeitig Kontakt aufnehmen, gerade zu unserer Online-Beratung. Das sind ausgebildete Sozialarbeiter, mit denen man das spricht. Also sprich über Chat, über E-Mail, über Telefon. und sich da Beratungen holen. Das kann man eben als Angehöriger, als Eltern, als Kind, alles ist möglich. Und für Fachkräfte haben wir eine extra Plattform, da glaube ich mittlerweile über 500 Fachkräfte, die sich da verbunden fühlen und die sich einfach mit dem Thema auseinandersetzen. Man ist nicht alleine und man braucht Entscheidungen nicht alleine treffen. Madlen (1:12:31) großartig großartig großartig. wie kann ich jetzt, wir haben vorhin gesagt Spenden, ja Spendengelder ist vordergründig und ich würde sagen, verlinke ihr, du hast bestimmt einen Link für mich, dass wir das alles hier verlinken können, wie ihr Kontakt aufnehmen könnt, wie ihr in den Chat kommt, die E-Mail etc. Wir verlinken alles hier in diesem Podcast und alle Informationen zu Nakoa Deutschland e.V. und zu dir, liebe Christina Reich. Und ich sage Dankeschön, dass du wieder mit zugehört hast bei einer neuen Episode, die einfach anders war und großartig. Und nächste Woche Dienstag kommt die nächste Episode wieder raus. liked diesen Podcast, diese Episode, teilt ihn vor allen Dingen, teilt diese Episode mit Menschen, wo er denkt, die müssen den hören, Organisationen, das hören dürfen, Institute, die das hören dürfen, Krankenkassen. Ich teile das einfach an alle, die irgendwie einen Beitrag leisten können, NACOA Deutschland e.V. größer wird, mehr finanzielle Mittel hat und mehr in der Gesellschaft bewegen kann. Also vielen herzlichen Dank. Und ihr könnt auch gerne Kommentare, Gedanken hier unter diesem Podcast teilen. Es wird ja per Video ausgestrahlt. Er wird per Audio ausgestrahlt. Nutzt die Möglichkeiten und ja, bis zum nächsten Mal. Dankeschön. Tschüss, eure Madlen von Heller Zauber. Tschüss. Christina Reich (1:13:51) Tschüss!

Über diesen Podcast

Der Business-Podcast für dich und all diejenigen, die mehr vom Leben wollen. Für Frauen, die den Willen haben jetzt mit ihrem eigenen Business zu starten und für Unternehmerinnen, die ihr Unternehmen erfolgreich weiter auf- und ausbauen wollen.

Businessaufbau einfach? Wie geht Unternehmensaufbau leichter, freudvoller und intuitiver? Wie nutzt du deine Energie und dein Potenzial maximal? Wie bekommst du mehr Klarheit, Unternehmer-Know-how und wie viel Struktur und Strategie ist für deinen Businessaufbau sinnvoll? Wie bleibst du an deiner Vision und deinen Zielen dran? Was ist wichtig für dein ganzheitliches Business Wachstum?

Selbstständigen Frauen und all jene, die es werden wollen, erfahren hier, wie sie mit ihrem eigenen Business immer freier, selbstbestimmter und unabhängiger werden.

Der Podcast verbindet Wissen und Inspirationen rund um das Thema Business, persönliche Weiterentwicklung, Bewusstsein und Spiritualität. Hier bekommst du Tipps & innere Klarheit, wie du in deinem Leben reich im Innen und im Außen sein kannst. Es gibt Interviews mit Menschen, die lieben, was sie tun und gerne ihre Erfahrungen weitergeben, die du für dich nutzen kannst. Lerne dir selbst und deinem Erfolg zu vertrauen!

Madlen Heller ist Spirit- und Businessmentorin, Gründerin von HellerZauber®, Visionärin und verliebt in ihr Herzensbusiness.

Mit mehr als 18 Jahren Erfahrung in der Selbstständigkeit, dem eigenen Aufbau von Offline- und Online-Business, begleitet & motiviert Madlen von HellerZauber® in ihren Programmen Frauen, die groß denken und bereit sind für Business & Expertenwissen, Mindset & Manifestation sowie Leichtigkeit & Freude.

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von und mit Madlen Heller

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